Auffahrtstag im Jahre 2011.
Fünf "einsame" Wanderer in der vollbesetzen Zahnradbahn Alpnach nach Pilatus-Kulm. Umgeben von Indern, Japaner, Chinesen, Touristen aus Sri Lanka (wahrscheinlich) - und einige bekannte Urlaute von Landsleuten. Ahh... wir waren im Ausland und da haben wir zufällig einige Schweizer getroffen! ;-).
Die Idee hinauf zu fahren und dann hinunter zu laufen war echt verlockend. Nicht so anstrengend!? Ja denkste - nach all den Jahren sollte man es eigentlich besser wissen - ein Trauma habe ich eingefangen, vor alle meine Beine. Unkontrolliertes und schmerzhaftes Gehen ist jetzt die Folge.
Ganz zu schweigen von dem herrlichen Bild einer kleinen Wandergruppe, welche am Schluss der Strecke RÜCKWÄRTS den Berg hinunter gingen.
Was soll's, es war auf jedenfall ein Erlebnis und das schlechte Gewissen, sich nicht zu bewegen, wurde wieder ein wenig beruhigt.
Ich will an dieser Stelle nicht allzuviel schreiben. Die Bilder sagen genug. Klicke einfach auf das Bild (Pilatus), und dann wirst du zur Galerie geleitet.
Da war noch was: Der Geist des Pilauts, oder warum spielt das Wetter in Luzern immer verrrückt. Hier noch die Geschichte dazu.
Die Pilatus Saga
Seit je glaubten die Einheimischen am Pilatus, der kleine See in der Oberalp-Senke sei Schuld an den schrecklichen Unwettern in der Gegend. Sobald man die Wasser dieses Seeleins in Wallung bringe, entstünden verheerende Gewitter. Man fürchtete sich vor der ruhelosen Seele des Pontius Pilatus, der jedes Jahr am Karfreitag aus dem Wasser auftauchte, um seine blutigen Hände zu waschen.
Wie sollte ein bescheidenes Seelein wie der Oberalpsee auf dem Pilatus eine derartige Macht ausüben können? Das war nur möglich, indem man die Inkarnation des Bösen in das Wasser
hineinprojizierte – so, wie es die fahrenden Schüler taten, die im Mittelalter durch die Lande zogen und sich mit Beschwörungen verschiedenster Art ein Einkommen verschafften. Es ist bekannt,
dass solche herumziehenden Studenten vielfach auch am und auf dem Pilatus anzutreffen waren. Ihnen haben wir wahrscheinlich die uralte Wandersage über die unstete Seele des Landpflegers Pontius
Pilatus zu verdanken, die im ehemaligen Oberalpsee ihre letzte Ruhestätte fand.
Wie der Geist des Pontius Pilatus im Pilatussee seine letze Ruhestätte fand
Schon bald nach dem Tod des römischen Landpflegers Pontius Pilatus verbreitete sich die Sage, er habe ein unrühmliches Ende genommen. Das Fehlen eines Grabes verstärkte diesen Glauben ebenso wie die widersprüchlichen Meldungen über die Todesursache. Seit dem 15. Jahrhundert erzählt man sich, Kaiser Tiberius habe Pilatus zur Strafe für die Verurteilung Christi in Ketten legen lassen, worauf dieser selber Hand an sich gelegt habe. Man habe den Leichnam in den Tiber geworfen, doch der Fluss habe sich mit grossen Wasserfluten dagegen aufgelehnt. Daher sei die Leiche wieder heraufgeholt und in der Rhone versenkt worden. Leider trieb auch dort der Geist des Verdammten sein Unwesen. Darauf habe man beschlossen, Pontius Pilatus im abgelegenen Seelein auf der Oberalp am Pilatus zu versenken. Hier nun gab er anscheinend einigermassen Ruhe. Nur alljährlich am Karfreitag lasse er sich während der Passion auf einem Stuhl in der Mitte des Pilatussees blicken – mit wallendem, taubengrauem Haar und in purpurnem Richterornat.
1585 wird der Geist gebannt
Mitte des 16. Jahrhunderts begann sich die Furcht zu legen, und 1585 stieg der Pfarrer von Luzern mit einer mutigen Schar von Bürgern auf den Pilatus, um den Geist herauszufordern. Sie warfen Steine in den Pilatussee, wühlten das Wasser auf, wateten hindurch – doch der Geist reagierte nicht: Der Bann war offensichtlich gebrochen. Um ganz sicher zu sein, dass der Geist des Pontius Pilatus auch seine gewitterbringende Aktivität einstellte, grub man 1594 den Teich auf der Oberalp ab und legte ihn trocken. Erst 400 Jahre später, 1980, wagte man es, den Damm wieder zu schliessen: Der stille See ist heute wieder zum Leben erwacht. Und der Geist des Pontius Pilatus ruhet in Frieden.
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